ANJOS NEGROS

ANJOS NEGROS - Actionfilm von Ricardo Salva
ANJOS NEGROS DOSSIER
ANJOS NEGROS DOSSIÊ
Am Grenzübergang nach Argentinien geht der Polizei ein landesweit gesuchter Bank­räu­ber ins Netz. Trotz Folterverhör beteuert er im­mer­zu: »Ich bin nicht Jean-Claude Le­duc!« Ist er der Drahtzieher des Jahrhun­dert­raubs in Sal­vador? Ist er jener franzö­sische Geschäfts­mann, der den Überfall als Bankkunde getarnt inkognito kontrollierte, und den Delegado Dr. Guzman nach seiner Vernehmung anstandslos aus dem Revier spazieren ließ? Guzman zwei­felt daran, zumal der Franzose während des Überfalls eine Schußwunde erlitt, der er wenig später im Hos­pital erlag.

Dr. Guzman kommt in diesem Fall stets einen Schritt zu spät. Schon während des Überfalls, als er das Bankgebäude stürmen läßt, steht er vor einem leeren Tresor und einem Rätsel: Von den Banditen fehlt jede Spur. Beim Ver­las­sen des Tatorts wird er auf einen Blutfleck im Schal­terraum hingewiesen; nicht auszu­schlie­ßen, daß eine Geisel angeschossen und womöglich entführt wurde. Das ist freilich nur eine von vielen ungeklärten Fragen und rät­sel­haften In­dizien, die Guzman die Laune ver­mie­sen. Auch für den Revolver und die Strumpf­maske im Tre­sorraum gibt es keine vernünftige Erklä­rung. Was ist bei dem Über­fall vorgefallen? Ei­nen Tag später wird im­mer­hin der Fluchtweg entdeckt. Er führt in ein historisches Tunnel­system, das sich unter dem Stadtkern ver­zweigt. Da der Einstieg von in­nen verschlossen ist, steht zu ver­muten, daß es in der Bank einen Helfer gab.

Bei den Bankräubern läuft auch nicht alles rei­bungslos. An den Fluchtwägen lauern ih­nen zwei Heckenschützen auf.
Cara-de-Ca­va­lo muß fassungslos zusehen, wie ihm seine Komplizen vor der Nase weg­fah­ren. Nach einer rasanten Verfolgungsjagd durch die schmalen Altstadt­gassen landen zwei von ihnen im Kittchen; Go­rilla wird am Elevador gestellt, und als sich der bullige Mu­latte als Fassaden­klet­terer ver­sucht, wird er von ei­nem Polizei­hubschrauber ausge­macht und stürzt er in die Tiefe. Playboy und Formiga setzen sich derweil mit der Beute nach Rio ab. Cara-de-Cavalo, den ein Batail­lon Mili­tär­polizisten im Túnel Subterrâ­neo in die En­ge treiben aber nicht liquidieren konnte, hef­tet sich umgehend an ihre Fersen. Nach­dem Play­boy Formiga die Beute abgeluchst und sich in dessen Chevrolet aus dem Staub ge­macht hat, gönnt er sich einen Blowjob, der so blutig ver­läuft, daß er als Wallach im Kran­kenhaus er­wacht. Ein Komplize erlöst ihn von seinem Leid, und sein Wissen um den Ver­bleib der Beute nimmt er mit ins Grab. Allein der Priester, der ihm die letzte Ölung gab, könnte mehr wissen, als er zugeben mag. Damit rech­net jedenfalls Cara-de-Ca­va­lo. Doch als er die unberechen­baren Kur­ven der Bankangestell­ten Claudia frei­legt, verrech­net er sich, denn plötzlich taucht ein Mann im Wandspiegel auf, den er für tot ge­halten hat.

Bis die Beute in die richtigen Hände gelangt, muß noch ein Singvogel zum Lockvogel beför­dert werden, ein Judas nach altem Brauch im Osterfeuer verbrennen, ein Priester die Beichte ablegen und das Zeitliche segnen, eine einzel­ne Banknote einen Bankange­stellten überfüh­ren und ein Schließfach­schlüs­sel die Schlüssel­figur entlarven. Und wenn der Lichtstrahl ei­ner Schreibtischlampe ein furchtbar entstelltes Ge­sicht erhellt, klärt sich auch die Eingangs­frage.